Brustkrebs (Mammakarzinom)

Dr. med. Marcus Schelling, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

Was ist Brustkrebs?
Eine Entartung des Drüsengewebes der Brust bezeichnet man als Brustkrebs oder Mammakarzinom.
Die Brustdrüse besteht aus Drüsengewebe, Fett und Bindegewebe. Das Drüsengewebe ist aus Drüsenläppchen (Lobuli) aufgebaut. Sie produzieren die Muttermilch und münden in kleine Kanäle (Ductus). Die Kanäle verbinden sich zu großen Ausgängen und führen zur Brustwarze. Man unterscheidet zwischen folgenden Krebs-Typen:

Zwischen den verschiedenen Typen bestehen Unterschiede hinsichtlich der Art der Behandlung und der Genesungsmöglichkeit.

Wie entwickelt sich Brustkrebs?
Die bösartigen Veränderungen können längere Zeit auf einen abgekapselten kleinen Knoten im Drüsengewebe begrenzt sein. Die Tumorzellen breiten sich dabei innerhalb der Läppchen oder Milchgänge aus, wachsen jedoch nicht ins Nachbargewebe ein. Man spricht in diesem Fall vom Carcinoma in situ.
Nach einiger Zeit durchbrechen die Krebszellen das Drüsengewebe und siedeln sich im Brustgewebe an. Erst jetzt spricht man von invasivem Brustkrebs, also vom Mammakarzinom im eigentlichen Sinne.
Ab diesem Stadium ist das Risiko einer weiteren Verbreitung des Krebses groß. Er kann sich in die nahe gelegenen Lymphknoten, vor allem in der Achsel (Axilla) ausbreiten und gelangt von dort über die Lymphbahn in andere Körperorgane. Aber auch die primäre Ausbreitung über die Blutbahn (ohne Beteiligung der Lymphwege) ist möglich. In den verschiedenen Organen können sich Tochtergeschwülste (Fernmetastasen) bilden. Das knöcherne Skelett (vor allem Wirbelsäule und Becken), aber auch Leber, Lunge und Eierstöcke sind besonders betroffen.

Ursachen für Brustkrebs
Die eigentliche Ursache für Brustkrebs ist unbekannt. Neuere Forschungen haben inzwischen eine erbliche Veranlagung durch eine Chromosomenschädigung (Chromosom 17 oder 13) herausgestellt, die allerdings nur für einen kleineren Teil der Brustkrebsfälle verantwortlich ist.
Möglicherweise spielen Viren, Umweltschadstoffe, Ernährung oder Strahlung eine Rolle. Die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) begünstigen das Wachstum gewisser Brustkrebstypen. Ob sie Brustkrebs auch auslösen können, ist unter Experten umstritten.
Man hat eine Reihe so genannter Risikofaktoren entdeckt, die allein oder kombiniert das Brustkrebsrisiko deutlich erhöhen.

Risikofaktoren für Brustkrebs

Wie häufig tritt Brustkrebs auf?
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen und betrifft etwa eine von zehn Frauen im Laufe ihres Lebens. Die Brustkrebshäufigkeit hat in den letzten Jahre zugenommen.
Brustkrebs kommt in allen Altersgruppen vor. Vor dem 30. Lebensjahr ist er allerdings sehr selten. Ungefähr ein Viertel der Brustkrebserkrankungen tritt vor dem 50. Lebensjahr auf, die Hälfte zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr und der restliche Teil bei Frauen, die älter als 70 Jahre sind.

Brustkrebssymptome
Knoten in der Brust
In den meisten Fällen ertastet die Frau bei der Selbstuntersuchung einen Knoten in der Brust. Der Knoten schmerzt nicht, und in der Regel sind auch keine anderen Symptome vorhanden. Falls Sie bei sich einen Knoten in der Brust entdecken, sollten Sie unverzüglich zum Arzt gehen. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto erfolgreicher die Behandlung! Seien Sie aber nicht sofort beunruhigt. In vielen Fällen handelt es sich bei den tastbaren Knoten um eine gutartige Veränderung.
Andere Anzeichen von Brustkrebs
In seltenen Fällen können außer einem Knoten noch andere Auffälligkeiten oder Beschwerden auf Brustkrebs hindeuten. Diese Merkmale betreffen vor allem die Haut und die Form der Brüste. Auch vergrößerte Lymphdrüsen in den Achseln können ein Zeichen für Brustkrebs sein. In Bezug auf die Haut kann ein Ausschlag an der Brustwarze, eine schwache Faltenbildung, Einziehungen in der Haut oder so genannte Orangenhaut in der Brustregion ein auffälliges Symptom sein. Eine beginnende Einsenkung der Brustwarze oder Austritt von Flüssigkeit aus der Brustwarze sind weitere Zeichen, die einer genaueren Untersuchung bedürfen.
Auch wenn die Brust der erwachsenen Frau zu wachsen beginnt oder sich bei nicht stillenden Frauen Rötungen beziehungsweise Entzündungen bemerkbar machen, sollte die Frau zur näheren Untersuchung unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Wie diagnostiziert der Arzt Brustkrebs?
Sie sollten bei tastbaren Veränderungen der Brust sobald wie möglich einen Arzt aufsuchen. Es ist wichtig, dass Brustkrebs so früh wie möglich entdeckt wird, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und möglichst gute Heilungsaussichten zu erzielen.
Der Arzt wird zunächst eine kurze Krankengeschichte aufnehmen, in der er erfasst, ob der Knoten in Verbindung zum Menstruationszyklus steht, ob die Patientin mit Hormonen behandelt wird, ob bereits Erkrankungen der Brust erfahren wurden, ob Brustkrebs in der Familie schon einmal aufgetaucht ist und ob eventuell ein Stoß oder Schlag den Knoten verursacht haben könnte. Außerdem fragt der Arzt nach den Schwangerschaften.
Danach wird die Brust genau angesehen und abgetastet. In der Regel erfolgt eine Überweisung an ein Röntgeninstitut. Hier führen die Ärzte eine Mammographie und/oder eine Ultraschall-Untersuchung durch. Weit seltener wird die Kernspin-Tomographie zur Diagnose herangezogen.
Krebsknoten können sehr klein und durch die Abtastung der Brust unentdeckt bleiben. Mittels Mammographie ist es möglich, diese nicht fühlbaren Knoten in einem frühen Stadium zu entdecken. Es wird in der Regel notwendig sein, eine Gewebeprobe zu entnehmen, um entscheiden zu können, ob es sich um einen gutartigen Tumor oder um Brustkrebs handelt.

Die Behandlung von Brustkrebs
Das Ergebnis der Untersuchung der Gewebeprobe entscheidet über das weitere Vorgehen.
Chirurgische Behandlung:
Das erste Mittel bei der Behandlung von Brustkrebs ist die operative Therapie. Die medikamentöse Therapie ist nur in Fällen von ausgeprägter Fernmetastasierung (Absiedlung von Tochterzellen in anderen Organen) oder einem fortgeschrittenen Lokalbefund der erste Schritt.
Bei über 50 Prozent der Patientinnen wird die Krankheit früh genug diagnostiziert, um die Brust bei einer Operation zu retten. Die Brust muss dann nicht amputiert werden, lediglich der Knoten und etwas umliegendes Brustgewebe wird entfernt. Nach erfolgreicher Operation wird die Brust mit einer lokalen Strahlenbehandlung vor einem erneuten Krebsbefall geschützt.
Erfolgt die Diagnosestellung in einem späteren Stadium ist eine brusterhaltende Operation nicht mehr möglich. Bei der so genannten Mastektomie wird die vom Krebs befallene Brust amputiert.
Unabhängig davon, ob die Brustamputation notwendig wird oder nicht, werden die Lymphdrüsen der Achselhöhle entfernt. Dies geschieht, um zu überprüfen, ob sich die Krankheit im Lymphsystem ausgebreitete hat (Metastasierung). Dieser Eingriff ist heute mittlerweile sehr schonend. (Zu einer Armschwellung etwa kommt es nach einer Operation sehr selten.) Bei einem neuartigen Operationsverfahren, der Sentinellymphonodektomie) genügt in gewissen Fällen die Entfernung eines einzigen Lymphknotens.
Besonders für jüngere Patientinnen kann eine Brustamputation eine enorme psychische Belastung sein. Sie sollten sich nicht scheuen, in diesem Fall eine unterstützende Psychotherapie in Anspruch zu nehmen. Mit Mitteln der plastischen Operationsverfahren kann in vielen Fällen die Brust mit Eigen- oder Fremdgewebe (auch bereits in Verbindung mit der Amputation) wiederhergestellt werden.
In manchen Fällen kann auch eine Chemotherapie vor der Operation zu einer Verkleinerung des Knotens beitragen.
Medikamentöse Behandlung:
Wenn nicht operiert werden kann, weil die Krankheit zu weit fortgeschritten ist, wird medikamentös und mit Bestrahlungen behandelt. Für die medikamentöse Behandlung kommen hormonelle Therapiemaßnahmen, eine zytostatische Chemotherapie oder eine Kombination beider Methoden in Frage. Patientinnen, die operiert wurden, aber ein erhöhtes Risiko für eine Wiedererkrankung haben, wird ebenfalls eine medikamentöse Nachbehandlung empfohlen. Bei der seelischen Verarbeitung der Erkrankung können Psychotherapie und Selbsthilfegruppen helfen. Prognose Ob eine Brustkrebserkrankung geheilt werden kann, ist vom Krankheitsstadium zum Diagnosezeitpunkt abhängig. Dabei spielt die Verbreitung von Krebszellen in den Lymphdrüsen der Achselhöhlen sowie über die Blutbahn eine Rolle. Je früher die Krankheit entdeckt wird, umso höher ist auch die Heilungschance. Bei etwa der Hälfte aller Brustkrebsfälle sind Krebszellen in den Lymphdrüsen nachweisbar. Die Prognose ist deutlich schlechter. Unter Umständen kann aber eine vorbeugende Chemotherapie Abhilfe schaffen. Etwa drei Viertel der Patientinnen, bei denen keine Krebszellen in den Lymphdrüsen vorhanden waren, werden geheilt. Neben dem Lymphknotenbefall beeinflussen auch andere Faktoren die Prognose, zum Beispiel die Tumorart, die Größe und die Aggressivität der Tumorzellen oder das Alter der Betroffenen. Brustkrebs verlangt immer nach einer individuell abgestimmten Therapie. Diese muss die Tumoreigenschaften sowie die Begleitfaktoren der Erkrankung berücksichtigen. Durch die Weiterentwicklung der Medizin sind die Heilungschancen für Brustkrebs in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Auch gegenwärtig werden eine Vielzahl von neuen Behandlungsformen entwickelt. Diese tragen zu immer weiter verbesserten Heilungschancen bei. Können Sie Brustkrebs vorbeugen? Regelmäßige monatliche Selbstuntersuchungen und regelmäßige gynäkologische Vorsorge-Untersuchungen helfen, dass Sie eventuelle Veränderungen früh feststellen.
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Blasenkrebs

Was ist Blasenkrebs?
Blasenkrebs ist ein bösartiger Tumor an der Schleimhaut der Blase.
Blasenkrebs tritt am häufigsten zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf. Männer sind davon dreimal so häufig betroffen wie Frauen. Bei Männern ist Blasenkrebs nach Lungen- und Prostatakrebs die dritthäufigste Krebsform.

Wie kommt es zum Blasenkrebs?
Blasenkrebs kann durch äußere Einflüsse hervorgerufen werden. Zu den Risikofaktoren gehören:

 

Welche Symptome treten auf?
   Blut im Urin ist häufig das erste Anzeichen von Blasenkrebs:

Es muss jedoch nicht konstant Blut im Urin vorhanden sein. So kommt es durchaus vor, dass nach einiger Zeit kein Blut mehr im Urin nachweisbar ist, obwohl die Erkrankung weiterhin besteht. Weitere Symptome sind:  Jede chronische Harnblasenentzündung im Alter ist verdächtig, besonders wenn sie auf eine Behandlung nicht anspricht.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?
   Wenn Blut im Urin bemerkt wurde oder wenn man anhaltende Symptome einer Blasenirritation hat, sollte man sich von seinem Hausarzt zu einem Urologen überweisen lassen. 
Besteht ein Verdacht auf eine Geschwulst in der Blase, wird eine so genannte Blasenspiegelung, Zystoskopie, vorgenommen. Dabei schaut der Arzt mit einem Instrument, dem Zystoskop, das über die Harnröhre eingeführt wird, in das Innere der Blase. 
Zusätzlich kann eine radiologische Untersuchung (Urographie) des gesamten Harntrakts durchgeführt werden. Ergänzend wird der Harn mikroskopisch auf bösartige Zellen untersucht. Weitere diagnostische Verfahren sind: 

Wie wird Blasenkrebs behandelt?
  Bei vielen Patienten ergeben die Untersuchungen, dass es sich um einen oberflächlichen Tumor handelt. Dieser kann operativ mit Hilfe des Zystoskops entfernt werden. Nach dem Eingriff tritt bei vielen Patienten ein erneutes Geschwür auf, entweder an derselben Stelle oder noch häufiger an einer anderen Stelle der Blase. Deshalb träufelt der Arzt zusätzlich im Rahmen der Zystoskopie  Medikamente gegen Krebs (Chemotherapeutika) in die Blase, um das Risiko eines erneuten Auftretens von oberflächlichen Tumoren zu verringern. 
Bei anderen Patienten handelt es sich von Anfang an um Blasenkrebs, der tiefer in die Blasenwand einwächst. In diesem Fall ist ein größerer operativer Eingriff, nämlich eine teilweise oder vollständige Blasenentfernung (Zystektomie) erforderlich. Wenn die Blase komplett entfernt wurde, wird der Urin  dann über einen künstlichen Ausgang über die Haut in einen Beutel abgeleitet oder er wird über eine Darmersatzblase mit Anschluss an die alte Harnröhre auf natürlichem Weg über die Harnröhre entleert. 
In einigen Fällen ist es jedoch möglich, mit einem Stück Dünndarm und der Harnröhre eine Art neue Blase zu bilden. Damit kann der Patient weiterhin auf die übliche Weise Wasser lassen. 
Falls es nicht möglich ist, die Blase zu entfernen oder wenn der Betroffene diesen Eingriff ablehnt, kommt eine Bestrahlung der Blase in Betracht. 
Wenn die Geschwulst schon zu weit fortgeschritten ist und sich z.B. in die Lymphknoten der Bauchhöhle oder in andere Organe ausgebreitet hat, kann auch eine Chemotherapie helfen. Diese Behandlung zieht eine Symptomlinderung nach sich und wirkt lebensverlängernd. Darüber hinaus ist auch eine symptomlindernde Strahlenbehandlung möglich.


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Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)

Lars Koschorrek, Arzt

Was ist schwarzer Hautkrebs?
Der schwarze Hautkrebs ist der bösartigste Hauttumor und eine der gefährlichsten Krebsarten überhaupt. Im Vergleich zu anderen Hauttumoren löst er relativ früh in anderen Organen Absiedlungen, die so genannten Metastasen, aus.  Jährlich sterben in Deutschland rund 2 000 Menschen am schwarzen Hautkrebs. Obwohl die Anzahl der Neuerkrankungen in unseren Breitengraden mit zur Zeit etwa eine auf 10 000 Einwohner stetig zunimmt, ist der schwarze Hautkrebs im Vergleich zu anderen Krebsformen wie Lungen-, Brust- oder Darmkrebs eher selten. Die meisten Neuerkrankungen treten in Australien und Neuseeland mit rund acht auf 10 000 Einwohner auf.  Der schwarze Hautkrebs ist bei Frauen etwas häufiger als bei Männern. Er entsteht nicht nur an sonnenbeschienenen Stellen, sondern auch an Rücken, Bauch oder Gliedmaßen. In seltenen Fällen entwickelt er sich an schlecht einsehbaren Körperstellen wie unterhalb eines Nagels, in den Zwischenzehenräumen oder an den Schleimhäuten. 

Wie entsteht schwarzer Hautkrebs?
Als Hauptrisiko gilt eine zu intensive Sonneneinstrahlung. Allerdings spielt nicht wie bei anderen Hauttumoren die chronische Sonnenbelastung eine Rolle. Vielmehr ist eine ausgeprägte und häufige Sonnenbrandreaktion in der Kindheit und Jugend ausschlaggebend.  Betroffen sind überwiegend hellhäutige und vor allem auch rothaarige Menschen. Personen mit einer hohen Anzahl an Muttermalen, den so genannten Nävi, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, einen schwarzen Hautkrebs zu entwickeln. Als hoch gilt eine Muttermal-Zahl von 50.  Dass eine gewisse erbliche Veranlagung besteht, zeigt das vermehrte Auftreten von schwarzem Hautkrebs in manchen Familien. 
In rund 50 Prozent aller Erkrankungen entsteht der schwarze Hautkrebs auf völlig normaler Haut, in etwa einem Drittel aller Fälle aus einem bereits bestehenden, zum Teil eventuell schon veränderten Muttermal, dem so genannten atypischen Nävus. Die restlichen Fälle entstehen unter anderem aus einem behaarten, angeborenen Muttermal, das man kongenitales Nävus nennt oder aus Krebsvorstufen (Lentigo maligna).  Obgleich mehrere Faktoren zur Entwicklung des schwarzen Hautkrebses bekannt sind, ist der genaue Mechanismus nicht geklärt. Gesichert ist, dass der schwarze Hautkrebs von den Pigmentzellen der Oberhaut, den Melanozyten, ausgeht. Diese Pigmentzellen entarten und beginnen unkontrolliert zu wuchern. Pigmentzellen wachsen nicht in einem Gewebeverband, sondern können sich relativ frei in der Haut bewegen. Dies erklärt die frühe Tendenz zur Bildung von Absiedlungen (Metastasen).

Woran erkennt man schwarzen Hautkrebs?
  Die Erscheinungsformen des schwarzen Hautkrebses sind zum Teil äußerst unterschiedlich. Im Wesentlichen gibt es zwei Formen: 

Der schwarze Hautkrebs entwickelt sich in folgenden Etappen: Der schwarze Hautkrebs kann bei Verletzungen leicht anfangen zu bluten.
Hilfreich ist die ABCDE-Regel, mit derer Hilfe verdächtige Male untersucht werden können: Treffen vier der fünf genannten Punkte zu, besteht die Möglichkeit, dass es sich um einen schwarzen Hautkrebs handelt. Aus Sicherheitsgründen sollte dieses Mal stets chirurgisch entfernt werden.

Wie wird schwarzer Hautkrebs behandelt?
In allen Fällen wird der schwarze Hautkrebs mit mindestens 0,5 bis einem Zentimeter Sicherheitsabstand zur gesunden Umgebung hin chirurgisch entfernt. Wurde aufgrund einer eventuell vorangegangenen Ultraschalluntersuchung des Tumors eine Tiefenausdehnung von über einem Millimeter festgestellt, so wird der Sicherheitsabstand bis zu drei Zentimetern zu allen Seiten ausgedehnt. Dies trifft auch dann zu, wenn die Tiefenausdehnung des Tumors erst nach der Operation feingeweblich festgestellt wurde. In diesem Fall schließt sich eine erneute, dann ausgedehntere Operation an.  Ist die Tumorerkrankung weiter fortgeschritten, entscheiden die Chirurgen während der Operation, ob die benachbarten Lymphknoten mit entfernt werden müssen oder nicht. Sie werden auf jeden Fall mit entfernt, wenn ein vorausgegangenes Ultraschallbild den Befall der Lymphknoten dargestellt hat.  Eine neue, allerdings nur zum Teil Erfolg versprechende Behandlungsmethode ist die Stimulierung des Immunsystems durch eine spezielle Impfung. Hierbei werden entnommene körpereigene Tumorzellen einer speziellen Behandlung zugeführt, um sie dann dem Patienten wieder einzuimpfen.  Haben sich bereits Metastasen gebildet, erfolgt zumeist eine Chemotherapie, welche aber in den seltensten Fällen das Tumorleiden noch heilen kann.  Bei Metastasen innerhalb einer Extremität kann auch nur diese eine durch eine besondere Behandlungsmethode einer Chemotherapie unterzogen werden. Diese den Körper weniger belastende Methode heißt Extremitäten-Perfusionstherapie. In seltenen Fällen kann sich eine Bestrahlungstherapie anschließen. Als zusätzliche Maßnahme wird in letzter Zeit vermehrt eine Therapie mit Interferon angewandt. 

Wie ist die Prognose des schwarzen Hautkrebses?
Die Prognose des schwarzen Hautkrebses hängt von der Eindringtiefe des Tumors im Gewebe ab. Ist er weniger als 0,75 Millimeter in die Tiefe eingedrungen und hat er die Lederhaut gar nicht oder nur vereinzelt erreicht, so ist die Prognose relativ gut.  Ist die Ausdehnung größer als ein Millimeter oder ist das Tumorwachstum tief in die Lederhaut vorangeschritten, so ist die Prognose schlechter. Das trifft auch für den Fall zu, in dem es schon zu Metastasen in benachbarte Lymphknoten kam. Liegen bereits Absiedlungen in Lunge, Leber oder Gehirn vor, so ist die Prognose äußerst schlecht. 

Was kann ich als Betroffene/r unternehmen?
Entscheidend beim schwarzen Hautkrebs ist die frühe Diagnose mit anschließender Behandlung. Nehmen Sie unbedingt die Krebsnachsorge wahr, wenn Sie an einem schwarzen Hautkrebs erkrankt waren, und konsultieren Sie ihren behandelnden Arzt in den von ihm vorgegebenen Kontrollabständen. Nur das rechtzeitige Erkennen des Wiederauftretens des alten Tumors oder einer Absiedlung sichert Ihnen optimale Heilungschancen. Vorbeugend müssen besonders Menschen mit hellem Hauttyp oder einer großen Anzahl von Muttermalen intensive Sonneneinstrahlung meiden. 
Schützen Sie ihre Haut durch Sonnenschutzcremes mit einem Lichtschutzfaktor sowohl im UV-A- als auch im UV-B-Bereich. 
Setzen Sie Ihren Körper nicht der Sonne aus – kleiden Sie sich entsprechend. Bedenken Sie, dass selbst die beste Schutzcreme nicht völlig vor schädlicher Sonneneinwirkung schützen kann.  Meiden Sie vor allem direkte Sonneneinstrahlung während der Mittagszeit. Dies gilt vor allen Dingen für die sehr viel empfindlichere Kinderhaut.
  Besteht bereits eine große Anzahl von z.T. auch schon veränderten Muttermalen, so ist eine regelmäßige Kontrolle durch einen Hautarzt ratsam.
Konsultieren Sie einen Arzt, wenn Ihnen ein altes oder ein neu aufgetretenes Mal seltsam verändert erscheint. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Mal rasch wächst oder zu Blutungen neigt.  In einem frühen Stadium ist der schwarze Hautkrebs komplett heilbar.


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Basalzell-Hautkrebs (Basaliom)

Lars Koschorreck, Arzt

Was ist der Basalzell-Hautkrebs?
Der Basalzell-Hautkrebs (Basaliom) ist mit Abstand der häufigste Hauttumor. Er verursacht im Gegensatz zu anderen Hautkrebsformen, etwa des schwarzen Hautkrebses (malignes Melanom) oder des Stachelzell-Hautkrebses (Spinaliom) keine Absiedlungen (Metastasen) in andere Organe. Aus diesem Grund wird er auch als ein halb-bösartiger Tumor bezeichnet.
Der Basalzell-Hautkrebs entwickelt sich überwiegend auf stark sonnenbeschienenen Stellen im Gesicht wie Nase, Wange, Schläfe, Stirn oder Ohren. Prinzipiell kann er aber auch an allen anderen Stellen der Haut auftreten. Betroffen sind überwiegend hellhäutige Menschen ab dem 50. Lebensjahr. In seltenen Fällen kann der Basalzell-Hautkrebs im Rahmen eines vererbten Syndroms auch schon ab dem 20. Lebensjahr auftreten. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen. Der Basalzell-Hautkrebs ist mit zirka einer Neuerkrankung auf 1000 Einwohner einer der häufigsten Krebsarten überhaupt.

Wie kommt es zur Entwicklung des Basalzell-Hautkrebses?
Die häufigste Ursache für die Entwicklung des Basalzell-Hautkrebses liegt in der chronischen, ungeschützten Sonneneinwirkung, insbesondere beim hellen Hauttyp. Patienten, die auf Grund chronischer Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis mit einer Phototherapie (Bestrahlungstherapie) behandelt wurden, weisen ein erhöhtes Risiko für Basalzell-Hautkrebs auf.
 Auch eine gewisse erbliche Veranlagung ist gegeben: Es gibt Familien mit gehäuftem Auftreten von Basalzell-Hautkrebs. In selteneren Fällen entsteht der Basalzell-Hautkrebs auf dem Boden von chronischen Wunden, Röntgennarben oder Druckstellen. 
Der Basalzell-Hautkrebs kommt im Gegensatz zum Stachelzell-Hautkrebs (Spinaliom) nicht im Bereich der Schleimhäute vor, kann jedoch in diese hineinwachsen. Obwohl einige auslösende Ursachen bekannt sind, ist der eigentliche Mechanismus der Tumorentstehung beim Basalzell-Hautkrebs noch nicht gesichert.

 

Wie wird der Basalzell-Hautkrebs diagnostiziert?
Der Basalzell-Hautkrebs kann sich, je nach Typ oder Stadium, sehr unterschiedlich zeigen. Im Anfangsstadium ist es zumeist nur ein hautfarbenes oder glasiges Knötchen. Typisch beim Basalzell-Hautkrebs ist die Durchsetzung der Knötchen mit kleinen Äderchen (Teleangiektasien). Im Bereich außerhalb des Gesichts ähnelt der Basalzell-Hautkrebs oft einem Ekzem mit Rötung und Schuppung. In einem späteren Stadium wächst dieser Tumor eher nach innen und zerfällt geschwürig.
Um in Zweifelsfällen den Basalzell-Hautkrebs von anderen Hautveränderungen abzugrenzen, kann der Arzt eine Probebiopsie (Probe-Entnahme) der Haut veranlassen. Die anschließende feingewebliche Untersuchung sichert dann die Diagnose. 

Wie wird der Basalzell-Hautkrebs behandelt?
Obwohl der Basalzell-Hautkrebs nur in den aller seltensten Fällen Absiedlungen (Metastasen) in andere Organe verursacht, empfiehlt sich auf Gund seines zum Teil aggressiven Wachstums eine Behandlung. Wird der Basalzell-Hautkrebs nicht behandelt, so schreitet sein Wachstum unaufhörlich fort und zerstört Bindegewebe, Knorpel und selbst Knochen. Im Anfangsstadium reicht zumeist eine kleinere ambulante Operation unter örtlicher Betäubung. Wichtig ist hier eine anschließende feingewebliche Untersuchung des herausgenommenen Gewebes. 
Im fortgeschrittenen Stadium wird der Tumor in der Regel zweizeitig operiert. Das heißt: In einer ersten Operation wird der Tumor chirurgisch entfernt, die Operationswunde aber vorerst nicht verschlossen. Erst nach der feingeweblichen Untersuchung des herausgeschnittenen Gewebes erfolgt je nach Befund der eigentliche Wundverschluss. Zeigt sich bei dieser Untersuchung, dass das herausgeschnittene Gewebe nicht im Gesunden entfernt wurde, so erfolgt eine erneute, etwas erweiterte Operation. War das herausgeschnittene Tumorgewebe im Gesunden entfernt, so schließt sich hier die zweite Operation mit dem Verschluss der noch offenen Wunde an. Dieser operative Eingriff erfolgt in der Regel ebenfalls unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie), allerdings zumeist im Rahmen eines stationären Aufenthaltes. 
Eine Bestrahlungstherapie ist beim Basalzell-Hautkrebs ebenfalls möglich. Bei einer großen Ausdehnung des Tumors kommt neuerdings eine so genannte photodynamische Therapie (PDT) in Betracht. Hier wird auf die behandelnden Tumormassen ein spezieller Wirkstoff aufgetragen, nach 24 Stunden erfolgt dann auf diese Areale für 20 Minuten eine Lichtbestrahlung. Bei dem Basalzell-Hautkrebs erfolgt in der Regel keine Chemotherapie.

Wie ist die Prognose des Basalzell-Hautkrebs?
Selbst in einem weit fortgeschrittenen Tumorstadium mit teilweiser geschwüriger Zerstörung großer Hautgebiete (z.B. der gesamten Nase) verursacht der Basalzell-Hautkrebs nur in extrem seltenen Fällen Absiedlungen (Metastasen) in andere Organe. Daher ist seine Prognose gut: Ist der Tumor komplett im Gesunden entfernt, so ist die Erkrankung ausgeheilt. Allerdings bekommt nahezu jeder zweite Betroffene im Laufe seines Lebens einen erneuten Basalzell-Hautkrebs, zumeist an einer anderen Stelle. 

Wie können Sie dem Basalzell-Hautkrebs vorbeugen?
Da die Ursache der Entstehung von Basalzell-Hautkrebs zumeist in der ausgiebigen Sonnenbestrahlung liegt, ist eine Vorbeugung einfach. Vermeiden Sie in Zukunft direkte Sonneneinstrahlung und schützen Sie Ihre Haut mit entsprechenden Sonnenschutzcremes und Textilien. Selbst wenn der Basalzell-Hautkrebs komplett entfernt wurde und damit ausgeheilt ist, empfiehlt sich wegn eines eventuellen Neuauftretens des Tumors eine Nachsorge in viertel- bis halbjährlichen Abständen über die nächsten Jahre.   


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Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Priv.-Doz. Dr. med. Martin Kolben, Facharzt Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Was ist Gebärmutterhalskrebs?
Der Gebärmutterhals (Zervix) ist der untere Teil der Gebärmutter und verbindet die Scheide mit der Gebärmutterhöhle. Der Gebärmutterhals endet im Gebärmuttermund, der bei einer Unterleibsuntersuchung im oberen Teil der Scheide sichtbar wird.
Geht eine Frau in Hockstellung oder stellt ein Bein auf einen Stuhl, kann sie die Finger in die Scheide einführen und wird den glatten, runden Gebärmuttermund fühlen.
Der Gebärmuttermund ist von einer Haut bedeckt, die sich von der Schleimhaut im Gebärmutterhals unterscheidet. Im Übergangsfeld der beiden Gewebearten können Zellveränderungen entstehen. Man spricht von Gebärmutterhalskrebs, wenn die Veränderungen in den Zellen bösartig sind und in die Umgebung hineinwachsen.
Gebärmutterhalskrebs kann sich schon vor dem 20., häufiger jedoch nach dem 50. Lebensjahr entwickeln.

Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?
Es ist inzwischen bekannt, dass der Gebärmutterhalskrebs durch eine Infektion mit bestimmten Viren (humane Papillomaviren, HPV) begünstigt wird.

Welche Symptome treten bei Gebärmutterhalskrebsauf?
Veränderungen der Zellen bleiben anfangs meist unbemerkt. Im fortgeschritteneren Stadium können folgende Symptome auftreten:

Wie diagnostiziert man Gebärmutterhalskrebs?
Diese Krebsform kann in frühen Stadien nur durch eine Zellprobe oder eine Kolposkopie festgestellt werden. Bei einer Kolposkopie untersucht der Gynäkologe die Oberfläche des Gebärmutterhalses (Portio vaginalis uteri) mit Hilfe eines Vergrößerungsglases. 
Werden Zellveränderungen nicht entdeckt, können sie sich mit der Zeit weiter entwickeln. Die Zellen können aggressiver werden und tiefer in die Umgebung einwachsen. In fortgeschrittenen Fällen kann der Gebärmutterhalskrebs durch den Arzt bei der Spiegeleinstellung mit bloßem Auge erkannt werden. Die Spiegeleinstellung ist die gynäkologische Untersuchung mit einem Spekulum (wörtlich: Spiegel).

Wie wird Gebärmutterhalskrebs behandelt?
Wird Gebärmutterhalskrebs festgestellt, ist in den frühen Stadien meist eine Operation erforderlich.  Zunächst muss die Verdachtsdiagnose (z.B. aufgrund eines auffälligen Abstrichergebnisses) anhand einer operativ entfernten Gewebeprobe bestätigt werden.
In einigen Fällen mit sehr frühem Krankheitsstadium reicht es aus, einen Kegelschnitt am Muttermund und in der Schleimhaut des Gebärmutterhalskanals vorzunehmen (Konisation). Durch diese Methode lässt sich sicherstellen, dass die Frau auch weiterhin Kinder bekommen kann. In der Regel wird dieser Eingriff mit einer Ausschabung kombiniert. Reichen die Veränderungen tiefer, muss die ganze Gebärmutter entfernt werden. 
In fortgeschritteneren Stadien kann es erforderlich werden, eine so genannte radikale Gebärmutterentfernung (Operation nach Wertheim-Meigs) durchzuführen. Dabei wird die Gebärmutter zusammen mit ihrem Halteapparat und den Lymphknoten entlang der großen Beckengefäße sowie eine größere Scheidenmanschette am Übergang zum Muttermund entfernt. Die Entfernung der Eileiter und Eierstöcke ist meist nicht notwendig und wird vor allem bei jüngeren Frauen nicht vorgenommen. In diesen Fällen müssen zusätzlich noch die Lymphknoten entlang der Beckengefäße sowie der Hauptschlagader und der unteren Hohlvene entfernt werden.
In manchen Fällen wird zusätzlich zur Operation eine Strahlenbehandlung oder sogar eine Chemotherapie notwendig.
Der Gebärmutterhalskrebs ist grundsätzlich auch durch eine alleinige Strahlentherapie heilbar, wobei sich durch neuere wissenschaftliche Untersuchungen herausstellte, dass die zusätzliche Kombination mit einer Chemotherapie die Behandlungsergebnisse deutlich verbessert.

Prognose
Wie bei allen Krebsarten ist auch hier die Heilungschance bei einer frühen Erkennung am größten. Eine nahezu hundertprozentige Heilungschance besteht dann, wenn die Erkrankung sehr früh, das heißt im Stadium einer Vorstufe der eigentlichen Krebserkrankung erkannt und behandelt wird.

Literatur: Baltzer, J.; Meerpohl, H. G.; Bahnsen, J.: Praxis der gynäkologischen Onkologie. Stuttgart, New York: Thieme 1999.
Rubin, S. C.; Hoskins, W.J.: Cervical Cancer and Preinvasive Neoplasia. Philadelphia, New York: Lippingcott-Raven 1996.
DiSaia, P. J.; Creasman, W. T.: Clinical Gynecological Oncology. 5. Aufl., St. Luis: Mosby-Year Book  1997.

letzte Aktualisierung: April 2001
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Mammographie

Dr. med. Markus Kirchgeorg

  Was ist eine Mammographie?
Die Mammographie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust. "Mamma" ist der lateinische Name für die weibliche Brust. "Graphie" kommt aus dem Griechischen und kann mit Aufzeichnung oder auch Darstellungsverfahren übersetzt werden. 

Wie funktioniert eine Mammographie?
Bei einer Mammographie produziert eine Röntgenröhre Röntgenstrahlen. Die Röntgenröhre besteht aus einer Glühkathode und einer Anode. Durch Anlegen einer Spannung zwischen Kathode und Anode werden die aus der Glühkathode austretenden Elektronen in Richtung Anode beschleunigt. Die Elektronen prallen nun auf die Anode auf. Dabei entsteht Röntgenstrahlung. Das zu untersuchende Gewebe, in diesem Fall die Brust, wird zwischen Röntgenröhre und Röntgenfilm positioniert. Die Röntgenstrahlung, die durch das Gewebe durchtritt, schwärzt nun den Röntgenfilm. Damit erhält der Arzt das Röntgenbild.
Bei der Mammographie wird eine Molybdän-Anode benutzt, mit welcher Weichteilstrahlung erzeugt wird. Mit dieser wird das Brustdrüsengewebe besonders gut sichtbar gemacht. Der Arzt kann auf diese Weise feine Unterschiede in der Dichte und Zusammensetzung des Gewebes erkennen. Selbst winzige Verkalkungen (Mikrokalk), die häufig ein erster Hinweis für Brustkrebs sind, können nachgewiesen werden. 

Wozu dient die Mammographie?
Die Mammographie ist die wichtigste Vorsorge-Untersuchung für Brustkrebs und dient der Brustkrebs-Früherkennung. Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr sollte erstmals eine Mammographie, die Basismammographie durchgeführt werden. Hier beurteilt der Arzt das Brustdrüsengewebe und erkennt eventuelle Risikofaktoren. Ab dem 40. Lebensjahr sollte die Vorsorge-Untersuchung einmal alle zwei Jahre, ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich durchgeführt werden.
Abgesehen von der Vorsorge-Untersuchung wird in folgenden Fällen eine Mammographie erstellt:

Bei erhöhtem Risiko für Brustkrebs: Das besteht bei eigener Krebserkrankung, Krebsvorstufen oder Brustkrebs in der Familie. 

Wie läuft die Mammographie ab?
Die weibliche Brust, gegebenenfalls auch die männliche Brust, wird zwischen Röntgenröhre und Filmtisch gelegt und vorsichtig zusammengedrückt. Dabei ist die Bildqualität umso besser, je mehr die Brust komprimiert wird. Dieses Zusammendrücken empfinden die meisten Patientinnen als unangenehm und schmerzhaft. Von jeder Brust werden in der Regel zwei Bilder angefertigt. Bei unklaren Veränderungen können mehr Bilder nötig sein.
Anschließend beurteilt der Arzt die Bilder.

Welche Komplikationen können durch die Mammographie auftreten?
Die Strahlenbelastung für den Brustdrüsenkörper ist durch technische Entwicklungen deutlich gesunken. Ein möglicher Zusammenhang zwischen der Entstehung von Brustkrebs und der Mammographie ist bisher nicht nachgewiesen. Dabei darf außerdem nicht vergessen werden, dass die Heilungschancen von Brustkrebs mit Hilfe der Früherkennung durch die Mammographie deutlich gestiegen sind. 

Welche anderen Untersuchungsmöglichkeiten bestehen?
Wichtig ist die regelmäßige Selbstuntersuchung - das Abtasten - der Brust. Auch bei der gynäkologischen Untersuchung tastet der Arzt die Brust auf verdächtige Veränderungen ab.
Eine alternative Methode zur Brustuntersuchung bietet die Ultraschall-Untersuchung (Sonographie). Sie ist praktisch gefahrlos, ist aber nicht geeignet zur Früherkennung von Brustkrebs.
Die Kernspin-Tomographie (MRT, Magnet-Resonanz-Tomographie) ist zum Erkennen von gut- oder bösartigen Tumoren geeignet. Sie ist allerdings eher eine Zusatzuntersuchung zur Mammographie, da sich die Mammographie bei der Früherkennung besser bewährt hat.

Außerdem kann eine Feinnadelbiopsie durchgeführt werden. Dabei punktiert der Arzt eine tastbare Veränderung mit einer dünnen Hohlnadel. Durch vorsichtige Bewegung der Nadel werden Zellen im Bereich des verdächtigen Brustgewebes entnommen und untersucht. Wird eine dickere Nadel dazu benutzt, so gewinnt der Arzt einen Gewebezylinder. Man spricht dann von einer Stanzbiopsie. 

letzte Aktualisierung: Juni 2000
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Prostatabiopsie (Gewebeentnahme aus der Vorsteherdrüse)

Dr. med. Heribert Schorn, Facharzt für Urologie

Was ist eine Prostatabiopsie?
Unter einer Prostatabiopsie versteht man die Entnahme kleiner Gewebestücke aus der Prostata.
  Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist ein kugeliges Organ, das nur beim Mann vorkommt. Sie liegt unmittelbar unterhalb der Blase um die Harnröhre herum. Das Gewicht der Prostata bei einem jungen Mann beträgt etwa zehn bis 20 Gramm. Die Aufgabe der Prostata ist die Produktion eines großen Teils der Samenflüssigkeit und vieler der darin enthaltenen Enzyme. Die aus den Hoden kommenden Samenfäden werden hier mit dieser Flüssigkeit vermischt und aktiviert.

Wie funktioniert die Prostatabiopsie?
  Prinzipiell gibt es zwei Arten der Prostatabiopsie:

Außerdem gibt es zwei Zugangswege für die Prostatabiopsie: Dass die Prostatabiopsie heute eine recht gefahrlose und fast schmerzfreie Untersuchung ist, verdankt sie zwei Neuentwicklungen der Medizin:

Wozu dient die Prostatabiopsie?
Auf Grund hormoneller Veränderungen vergrößert sich die Prostata im Laufe des Lebens und kann häufig bei älteren Männern die Harnröhre einquetschen, was zu erschwertem Wasserlassen führt. Dies wird heute als gutartiges Prostatasyndrom bezeichnet und betrifft die bei der Harnröhre gelegenen Bezirke. Mit Prostatakrebs hat diese Vergrößerung der Prostata nichts zu tun.
Prostatakrebs befällt meist die beim Enddarm gelegenen Anteile der Drüse. Deshalb ist Prostatakrebs auch oft vom After aus als harter Knoten tastbar. Leider ist nicht jedes Frühstadium bei der Vorsorge-Untersuchung ertastbar.
Prostatakrebs ist gut behandelbar, wenn man ihn früh erkennt. Voraussetzung für eine Therapie ist aber eine sichere Diagnose, die der Pathologe unter dem Mikroskop (histologisch) stellt. Dabei kann er auch Aussagen zur Schwere der Krankheit machen.
Der Pathologe benötigt dazu kleine Gewebszylinder der Prostata, die durch die Prostatabiopsie gewonnen werden können.

Was ist im Vorfeld der Prostatabiopsie zu beachten?
Der Patient sollte keine Blutgerinnungs-Medikamente einnehmen. So ist es ratsam, dass er Medikamente, welche die Blutplättchenzusammenlagerung hemmen, drei bis sechs Tage vor der Prostatabiopsie nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt absetzt.
Eine Therapie mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten verbietet eine Punktion.
Der Patient sollte am Tag vor der Biopsie und am Morgen der Untersuchung seinen Darm mit einem Miniklistier entleeren. 
Vor und nach der Biopsie erfolgt eine Antibiotika-Einnahme zum Schutz vor einer Entzündung.

Wie wird die Prostatabiopsie durchgeführt
Der Patient legt sich mit angewinkelten und angehobenen Beinen auf den Rücken oder seltener in eine bequeme Seitenlage. Bei Bedarf kann der Arzt dem Patienten Beruhigungs- oder Schmerzmittel geben.
Meist untersucht der Arzt zunächst den After mit dem Finger und achtet auf Veränderungen, z.B. Hämorrhoiden. Dann führt er mit Hilfe von einem Gleitmittel die Ultraschallsonde vorsichtig mit einem aufgesetzten Biopsiegerät in den After ein. Zunächst erfolgt nun die Beurteilung und Größenbestimmung der Prostata. Unter Bildkontrolle entnimmt der Arzt dann zügig sechs bis acht Proben (Sextanten- oder Oktantenbiopsie). Damit ist die Untersuchung beendet. 
Die Proben werden zur Beurteilung in die Pathologie gesandt. Es vergehen einige Tage bis zur Diagnosestellung, da der Pathologe die Proben aufwändig bearbeiten muss. 
Leider gibt es keine hundertprozentige Sicherheit, sodass man auch bei negativem Befund, das heißt in diesem Fall, es wird kein Krebs festgestellt, unter Umständen eng maschige Kontrollen und eventuell eine Wiederholung der Untersuchung durchführen muss. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn weiterhin das Enzym Prostata spezifisches Antigen (PSA) im Blut erhöht ist. Denn PSA ist bei vorhandenem Prostatakrebs meist erhöht und gilt deshalb als Tumormarker.
Nach der Untersuchung sollte der Patient noch einige Stunden ruhen. Schwere körperliche Betätigungen, vor allem Rad fahren sollte er vermeiden. Geschlechtsverkehr ist schon nach wenigen Tagen möglich. Der Patient sollte jedoch wissen, dass das Sperma nach einer Prostatabiopsie blutig sein kann. 

Welche Komplikationen können bei der Prostatabiopsie auftreten?
Die häufigsten Komplikationen sind Blutungen und Entzündungen:

Welche alternativen Untersuchungsmöglichkeiten bestehen?
Eine sichere Diagnose von Prostatakrebs ist nur mit Hilfe der Prostatabiopsie möglich. Andere Verfahren wie die Abtastung der Prostata oder deren Darstellung mittels Ultraschall stellen hier lediglich Hilfsmittel zur Diagnosefindung dar. 

Vorlage: Dr. med. Heribert Schorn, Mitarbeit: Marita Vollborn
letzte Aktualisierung: September 2000


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Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom)

Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. habil. Joachim Gnirs, Facharzt für operative Gynäkologie und Perinatalmedizin

Was ist ein Scheidenkrebs?
Als selbstständige Krankheit tritt Scheidenkrebs selten auf. Bösartige Veränderungen der Scheide entstehen meist durch Übergreifen anderer Krebserkrankungen des Unterleibs. Die Gewebebeschaffenheit dieser Krebsart entspricht weitgehend dem  Gebärmutterhalskrebs. Nur die Lokalisation ist eine andere. Das Scheidenkarzinom tritt vor allem bei älteren Frauen auf. 

Wie bemerkt man die Krankheit? 
Die ersten Anzeichen sind kleine nässende, manchmal schmerzhafte und nicht heilende Hautverletzungen oder Schwellungen. Häufig werden diese von der Betroffenen überhaupt nicht bemerkt. Erst ein blutiger Ausfluss oder eine Blutung beim Geschlechtsverkehr führt die Patientin dann zum Arzt.

Wie diagnostiziert der Arzt Scheidenkrebs? 
Durch Betrachtung der Scheide, eventuell mit Hilfe der Kolposkopie (der Betrachtung der Scheidenhaut mit einem Spezialmikroskop), findet Ihre Ärztin Hautveränderungen, Rötungen und auffällige Wunden. Sie wird dann eine Gewebeprobe entnehmen (Biopsie). 

Wie wird Scheidenkrebs behandelt?  
Je nach Krankheitsstadium und Tumorart folgen entweder eine Operation oder eine Strahlentherapie oder beides.
Grundsätzlich versucht der Chirurg bei der Operation, den gesamten Tumor sowie die befallenen Lymphknoten zu entfernen, ohne die Klitoris und den Scheidenausgang in Mitleidenschaft zu ziehen. Allerdings ist Letzteres nicht immer möglich. Je nach Ausbreitung der Krebserkrankung ist manchmal die völlige Entfernung der Scheide unvermeidlich. In diesem Fall ist ein vaginaler Geschlechtsverkehr nicht mehr möglich. 

Prognose
  Je nach Ausbreitung der Krebserkrankung und Art des Tumors bestehen unterschiedliche Heilungschancen.  

letzte Aktualisierung: März 2000
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Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Priv. Doz. Dr. med. Dr. med. habil. Rainer Hauck, Facharzt für Innere Medizin

Was ist Lungenkrebs? 
Lungenkrebs ist weltweit der häufigste Tumor beim Menschen und kann sich aus allen Gewebsbestandteilen der Bronchien und des Lungengewebes entwickeln. Rauchen ist in zirka 85 Prozent der Fälle die Ursache für die Entstehung dieser Erkrankung, die in  den letzten 50 Jahren rasant zugenommen hat.  
Lungenkrebs tritt am häufigsten zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr auf. Rund fünf Prozent der Betroffenen sind unter 40 Jahre alt.
Das Bronchialkarzinom ist die häufigste Krebsform bei Männern. Da immer mehr Frauen rauchen, steigt die Anzahl der weiblichen Erkrankten auch hier schnell.

Ursachen für Lungenkrebs

Wie kann man Lungenkrebs frühzeitig erkennen?   
Lungenkrebs wird oft erst festgestellt, wenn Symptome wie hartnäckiger Husten oder Blutbeimengungen im Auswurf bemerkt werden. Nur ein kleiner Teil der Fälle von Lungenkrebs wird zufällig im Rahmen einer Routine-Untersuchung der Lungen entdeckt.
Im Frühstadium gibt es keine typischen Symptome. Husten ist ein wichtiges Signal, das aber auch für andere Erkrankungen symptomatisch sein kann. Bluthusten ist bereits ein Spätsymptom. 
Welche verdächtigen Beschwerden gibt es?

Wie diagnostiziert der Arzt Lungenkrebs? 
Der Arzt wird zunächst eine Röntgenuntersuchung der Lunge durchführen. Der Auswurf (Sputum) wird auf Krebszellen untersucht. Bei weiterhin bestehendem Verdacht auf Lungenkrebs, wird zusätzlich eine Bronchoskopie (endoskopische Untersuchung der Bronchien) durchgeführt, bei der Gewebeproben und Zellmaterialien zur Diagnosesicherung gewonnen werden.

Wie wird Lungenkrebs behandelt?

Was können Sie selbst tun, um das Risiko zu vermindern? 

Zum Aufhören ist es niemals zu spät!
Je länger Sie Nichtraucher sind, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken. 
Der derzeitige Trend zeigt, dass zwar immer mehr Männer aufhören zu rauchen, dafür aber immer mehr Frauen damit beginnen. Dies schlägt sich bereits in den Statistiken über Neuerkrankungen von Lungenkrebs bei Frauen nieder, in denen Lungenkrebs nun bereits an die zweite Stelle nach dem Brustkrebs vorgerückt ist.

Prognose
Die Prognose ist sehr schlecht. Nur fünf Prozent aller nicht mehr operablen Betroffenen überleben die ersten fünf Jahre nach Ausbruch der Krankheit. Fast zwei Drittel aller Patienten sind bereits bei der Diagnosestellung nicht mehr operabel. Sie können sich hier an Selbsthilfegruppen zum Thema Krebs wenden.

  Letzte Aktualisierung: Januar 2000


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Leberkrebs (Leberkarzinom)

Dr. med. Christian Rous

Was ist Leberkrebs? 
Die häufigsten bösartigen Tumore in der Leber entstehen durch Metastasenbildung als Folge einer Ausbreitung eines anderen Krebses - zum Beispiel Krebs im Magen-Darm-Trakt, den Lungen, der Brust, der Gebärmutter oder der Vorsteherdrüse (Prostata). In diesen Fällen ist es wichtig, das Hauptaugenmerk zuerst auf den Ursprung der Krebsgeschwulst zu lenken.  
Andere Tumore haben ihren Ursprung in der Leber. Sie entwickeln sich aus entarteten Zellen des Lebergewebes (Leberkarzinom) oder der Gallengänge, die sich auch in der Leber befinden (Gallengangskarzinom).
Auslösende Faktoren für die Entstehung von Leberkrebs können unter anderem Leberzirrhose (Schrumpfleber), chronische Infektionen wie Hepatitis B und C, Aflatoxine (das sind Gifte von bestimmten Schimmelpilzen) oder auch Arsen sein.

Wie bemerkt man die Krankheit? 
Der Leberkrebs kann sich durch Druckschmerz im rechten Oberbauch, Gewichtsabnahme, durch einen tastbaren Knoten, einen Wasserbauch, durch Gelbsucht oder durch unklares Fieber bemerkbar machen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Für die Diagnose ebenso wie für die Verlaufskontrolle eignen sich vor allem der Ultraschall und die Bestimmung verschiedener Blutwerte (vor allem das Alpha-Fetoprotein).

Wie wird Leberkrebs behandelt? 
Die Therapie von Leberkrebs ist schwierig. In Fällen, bei denen es sich um einen einzelnen Knoten handelt,  wird der Arzt eine Operation vorschlagen. Hierbei wird versucht, das betroffene Lebergewebe zu entfernen. 
Als weitere Möglichkeit kann bei einigen Patienten eine Organtransplantation (Spenderleber) vorgenommen werden.
letzte Aktualisierung: Januar 2000


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Alles über Zecken

Was sind Zecken?
Zecken gehören zu den Spinnentieren aus der Ordnung der Milben. Die in Süddeutschland vorkommende Art, die als Überträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und der Borreliose gilt, gehört zur Familie der Schildzecken (das heißt, sie besitzen einen Rückenschild) und ist als Ixodes ricinus oder auch als "Gemeiner Holzbock" bekannt. Sein Vorkommen erstreckt sich in unseren Breiten auf den gesamten europäischen Raum, er ist auch noch in einer Höhe von bis zu 1 400 Metern anzutreffen.

Entwicklung der Zecken
Der Entwicklungszyklus der Zecken beginnt damit, dass eine weibliche Zecke bis zu 3 000 Eier legt. Daraus schlüpfen Larven, aus denen sich so genannte Nymphen entwickeln. Diese verwandeln sich schließlich in erwachsenen Zecken.
Für jeden dieser Entwicklungsschritte ist eine so genannte "Blutmahlzeit" notwendig. Die Zecke verlässt dabei nach jedem Stich den entsprechenden Wirt und verdaut das aufgenommene Blut. Durch eine Häutung erreicht sie anschließend das nächste Entwicklungsstadium.
Die sechsbeinigen Larven haben eine Größe von bis zu einem halben Millimeter und sie sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Nach der Blutmahlzeit werden sie bis zu 1,2 Millimeter groß. Sie befallen dabei meist Kleinsäugetiere wie Mäuse oder Igel und nur sehr selten Menschen. Die achtbeinigen, geschlechtslosen Nymphen sind ohne Blut 1,2 Millimeter und mit Blut vollgesogen bis zu zwei Millimeter groß. Die erwachsenen Zeckenweibchen haben eine Größe von zwei bis vier Millimeter, vollgesogen können sie bis zu 12 Millimeter groß werden. Auch die männlichen Zecken saugen Blut. Im Vergleich zu ihren weiblichen Artgenossen bleiben sie aber relativ klein, da sie keine Eier legen.

Wie sieht eine Zecke aus?
Die Zecke hat einen braunen bis schwarzen Kopf mit langen, schlanken Mundwerkzeugen. Der ebenfalls dunkelbraune Rückenschild bedeckt bei den Weibchen auf der Rückseite den vorderen Teil des helleren, weichhäutigen Körpersacks, bei den Männchen auch die Unterseite.

Wo lebt die Zecke?
Zecken halten sich im Gestrüpp, in hohen Gräsern und Farnen, an Wald- und Wegrändern sowie im Unterholz von Parkanlagen bis zu einer Höhe von etwa anderthalb Metern auf und werden von Vorbeigehenden abgestreift. Die weit verbreitete Ansicht, dass sich Zecken von Bäumen herabfallen lassen, entspricht also nicht der Wahrheit.

Wer wird von Zecken befallen?
Im Prinzip können alle Warmblütler von Zecken befallen werden, bevorzugte Wirte sind Igel und Nagetiere. Aber auch Wild, Vögel, Haustiere und Menschen sind betroffen.

Wann sind Zecken aktiv?
In den Monaten April bis September erfolgt der häufigste Befall mit Zecken. Er kann jedoch zu jeder Jahreszeit bei Temperaturen über 10 Grad Celsius auftreten.
In der warmen Jahreszeit sind Zecken besonders am Vormittag, am späten Nachmittag und in der Nacht aktiv. Die Hauptaktivität der Zecken liegt im Frühjahr (Mai/Juni) und im Spätsommer (September). Eine Ansteckung ist allerdings während der gesamten warmen Jahreszeit, also von März bis November, möglich. Sehr milde Winter sowie feuchte Sommer fördern das vermehrte Auftreten von Zecken.

Sind Zecken gefährlich?
Der Zeckenstich (die Zecke sticht und beißt nicht) an sich ist für den Menschen nicht gefährlich. Gefährlich ist die Übertragung mit Krankheitserreger wie FSME-Viren, die sich in den Speicheldrüsen der Zecken befinden, sowie Borrelien-Bakterien, den Erregern der Borreliose. Diese befinden sich im Darm der Zecken.
Nach neueren Erkenntnissen werden die FSME-Erreger sofort beim Stich der Zecke in die Wunde übertragen. Borrelien hingegen gelangen erst nach einiger Zeit in den Körper des Wirts, da sie sich im Verdauungstrakt befinden. Durch die sofortige Entfernung der Zecke kann daher die Übertragung der Borrelien verhindert werden.

Wie werden Zecken entfernt?
Entfernen Sie die Zecke, indem Sie diese mit einer Pinzette im Halsbereich greifen und unter leichtem Zug für 60 Sekunden festhalten - in der Regel lässt sie dabei von selbst los. Achten Sie darauf, die Zecke nicht am Rumpf zu fassen und sie dabei nicht zu quetschen (ansonsten geraten dadurch vermehrt Borrelien aus dem Magen-Darm-Trakt der Zecke in die Wunde).
Die häufig verbreitete Annahme, dass man die Zecke beim Entfernen drehen soll, ist nicht richtig. Ebenso falsch ist die Zuhilfenahme von Ölen, Nagellackentfernern, Alkohol oder ähnlichen Substanzen - dadurch wird die Zecke nur gereizt. Das kann wiederum zur Abgabe von Erregern in die Wunde und damit zu einer erhöhten Ansteckungsgefahr führen.

Was tun beim Zeckenstich?
Ist es wichtig, Zecken zu entfernen?
In Deutschland können Zecken Erkrankungen, wie die Lyme-Borreliose und in Teilen Baden-Württembergs und Altbayerns die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Ob das Risiko, durch einen Zeckenstich mit FSME angesteckt zu werden, davon abhängt, ob und wie schnell die Zecke entfernt wurde, konnte bisher nicht geklärt werden. Es scheint jedoch, dass das Risiko einer Borreliose-Infektion umso größer ist, je tiefer sich die Zecke in die Haut bohrt und je länger sie saugen kann. Unabhängig davon kann es zu rein örtlichen Entzündungen kommen, weshalb sich das Entfernen und die Desinfektion der Einstichstelle des Parasiten grundsätzlich empfiehlt.

Was ist Borreliose?
Die Borreliose oder Lyme-Krankheit wird durch ein Bakterium, die so genannte Borrelia burgdorferi, ausgelöst. Gegen die Borreliose gibt es äußerst wirksame Antibiotika - weshalb diese Erkrankung vor allem dann zum Problem wird, wenn sie nicht erkannt und unbehandelt bleibt.
Zunächst entwickelt sich im Bereich des Zeckenstichs ein roter Fleck, der schließlich im Zentrum verblasst. Der Fleck fängt langsam zu wandern an, weshalb Mediziner von einem Erythema migrans ("wandernder Ausschlag") sprechen. Ohne Antibiotikatherapie kann die Erkrankung Gelenke, Haut, Herzmuskel und Nervenzellen schädigen. Deshalb: daran denken und bei Verdacht einen Arzt aufsuchen!

Was ist FSME?
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch das FSME-Virus ausgelöst, gegen das es keine spezielle Therapie gibt. Mit der FSME-Impfung kann das Risiko für eine Erkrankung jedoch weitgehend beseitigt werden. Wie hoch die Gefahr ist, von einer infizierten Zecke gestochen zu werden, hängt vom Gebiet ab, in dem man unterwegs ist. Es gibt Karten, auf denen die jeweilige FSME-Belastung eingezeichnet ist.
Wird eine ungeimpfte Person von einer infizierten Zecke gestochen, so besteht die Gefahr einer Gehirnhautentzündung, die bis zu Behinderung und Tod führen kann. Komplikationen nach Impfungen können natürlich niemals ausgeschlossen werden, weshalb die Impfung stark diskutiert wird. Die meisten Experten schätzen jedoch das Risiko, in bestimmten Regionen an FSME zu erkranken, als wesentlich höher ein und empfehlen daher, besonders gefährdeten Personenkreisen, Forstarbeitern und Wanderern in diesen Verbreitungsgebieten, sich impfen zu lassen.


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